Herzlich willkommen zum Start meines Blogs! Ich freue mich, dass mein in Youtube eingestellter Clip Sie neugierig gemacht hat. Hier ist er nochmals zu sehen:

Er ist ein Türöffner für meine Gedanken, die ich Ihnen hier weitergeben will. Dabei geht es mir um zwei wesentliche Aspekte, die jeden Menschen in seiner Entwicklung bestimmen. (Anmerkung: Mit den weiteren Gedanken, die ich hier formuliere, verlasse ich zum ersten Mal das sichere Terrain der Literatur, wo man mit so manchem hinter dem Berg halten kann.)

Nun also die beiden Aspekte:

  1. Der Mensch weiß, dass er sterben muss – allen Verdrängungsmechanismen zum Trotz.
  2. Der Mensch will gesehen werden. Selfies, Instagram et cetera sind durchaus Belege dafür.

Eine Fluchtgeschichte

Ich beginne zunächst mit Punkt zwei. Hilde Domin, die berühmte Dichterin, sagte in einem ihrer Texte: „Dein Ort ist, wo Augen dich sehen.“

In diesem Zusammenhang nehme ich Sie jetzt mit zu einer Frau, für die dieser Aspekt bereits vor mehr als 3000 Jahren von großer Bedeutung war. Die Rede ist von der Dienerin Hagar, die vor ihrer Herrin Sarai geflohen war – nachzulesen in 1. Mose 16, 13-14.

Manche werden hier jetzt nicht mehr weiterlesen, aber wer dranbleibt, dem kann es passieren, dass er am Ende die beiden, eingangs erwähnten, Aspekte für sich perspektivisch völlig neu entdeckt.

Zurück zu Hagar. Sie wird auf ihrer Flucht an einer Wasserquelle vom Engel des Herrn angesprochen und dieser übermittelt ihr eine Botschaft von Gott. In Vers 13 heißt es dann:

„Da nannte sie den Namen des Herrn, der zu ihr geredet hatte: ‚Du bist ein Gott, der mich sieht!‘“ Und bitte, vergessen Sie jetzt mal diese völlig unsinnige Strafrede, die Sie vielleicht als Kind zu hören bekamen, damit Sie brav sind. Diesen, mit erhobenem Zeigefinger drohenden Satz: „Der liebe Gott sieht alles.“ Erkennen Sie übrigens den Widerspruch in sich, der darin steckt? Liebe und Drohung schließt sich nämlich gegenseitig aus.

Hagars Feststellung hat hingegen diesen aufatmenden, dankbare Grundton: „Ich werde wahrgenommen mit meinen Bedürfnissen und Ängsten. Der Gott, der mich sieht, sieht mich mit liebevollen Augen an.“

Angenommen, nur mal angenommen, dass diese Dinge wahr sind, das mit Gott im Alten Testament und später das mit Jesus im Neuen Testament, dann könnte folgendes wirklich interessant sein. Bleiben wir beim Aspekt des Sehens. Da sagt Jesus zu seinen Jüngern: „Es dauert noch eine kurze Zeit und die Menschen in dieser Welt werden mich nicht mehr zu Gesicht bekommen. Aber ihr werdet mich sehen, denn ich bin lebendig und auch ihr werdet Anteil an diesem Leben haben“, nachzulesen in Johannes 14,19, nach der Übersetzung von Roland Werner. (Anmerkung: Hier nimmt Jesus seine Auferstehung von den Toten als Hinweis vorweg).

Mit dieser Aussage von Jesus wäre dann – fast unbemerkt – der erste Aspekt, Sterben und Tod thematisiert, aber hin zu einem echten Lösungsangebot.

Nochmal: Angenommen, das ist wahr, dann ist mein Fazit:

Als Jesus auf der Erde war, konnten die Menschen, die ihm begegneten, ihn sehen. Nachdem er am Kreuz gestorben war, konnten ihn die Menschen nicht mehr sehen. Aber, wenn Jesus auferstanden ist und lebt, muss es eine Welt geben, die für Menschen auf der Erde verborgen ist, es sei denn, Jesus offenbart sich und diese unsichtbare Welt.

Jesus sehen?

Im Fall der Jünger war die Grundlage bereits gelegt, weil sie schon eine Beziehung mit Jesus hatten. Und diese Beziehung konnte nach der Auferstehung aufrechterhalten werden. Denn genau das verspricht Jesus den Jüngern ja.

Und was ist mit uns, die wir von dieser Realität abgeschnitten sind? (Sie sehen, ich habe die Möglichkeitsform verlassen und gehe von der Wirklichkeit aus).

Wir benötigen einen bestimmten Code (einen Schlüssel), mit dem wir uns Zugang zu dieser Wirklichkeit verschaffen können. Diesen Schlüssel hat nur Jesus selbst. Er sagt: „Ja, und ich bin der Lebendige. Tot war ich, und sieh doch: Ich bin lebendig bis in alle Zukunftszeiten hinein. Ich besitze die Schlüssel und damit die Macht über den Tod und das Totenreich.“ (Offenbarung 1, 18, Übersetzung von Roland Werner)

Jesus hat also den Schlüssel. Das heißt, Zutritt zu dieser Wirklichkeit hat nur, wem Jesus aufschließt! Und jetzt kommt der Faktor „Beziehung“ wieder ins Spiel. Ich sagte vorhin, dass es bereits eine Beziehung zwischen Jesus und den Jüngern gab, die aus der unsichtbaren Welt heraus aufrechterhalten wurde. Wir, die nach Christus Geborenen, haben diese Beziehung nicht, jedenfalls nicht automatisch. Aber: Jesus kann sie ermöglichen! Und hier geht es nicht um Religion (es gibt zu viele und eher verwirrende davon, und sie sind allesamt Menschen gemacht). Es geht auch nicht um bestimmte Frömmigkeitsstile mittels derer wir uns diese Beziehung „erarbeiten“ könnten. Es geht um eine Herzenshaltung (so wie Beziehung ja eine Herzensangelegenheit ist). Mit dem Verstand allein kommen wir da nicht weiter. Ach ja, der Code:

Lassen Sie mich an einem Beispiel erläutern, wie dieser Code funktioniert. Ich war vor Jahren einmal zu einer Feier eingeladen worden. Der Gastgeber hatte den geladenen Gästen die eine Hälfte einer Karte (sie war schön bunt) zugeschickt. Diese Hälfte sollte man zur Feier mitbringen. Am Eingang stand jemand mit einem Korb, in dem die dazugehörige Hälfte lag. Ich durchstöberte den Korb nach dem passenden Stück zu meiner Karte. Als ich sie fand und zeigen konnte, wie perfekt sie zu meiner mitgebrachten Hälfte passt, hatte ich Zutritt.

Hätte ich meine Hälfte bei mir zu Hause in einer Schublade gelassen, oder gar weggeworfen, weil ich kein Interesse an dieser Feier habe, dann wäre ich in „meinem Umfeld“, „meiner Lebenswirklichkeit“ geblieben und hätte keinen Anteil an dieser Feier gehabt. Die Einladung gab es, aber es war meine Entscheidung sie anzunehmen oder nicht.

Genauso „funktioniert“ der Code, für den Zutritt, zu dieser unsichtbaren göttlichen Welt. Jesus spricht an einer anderen Stelle in der Bibel auch von der „Tür“, die zu dieser Welt geöffnet wird, und dass er selbst diese Tür ist. In Johannes 10,9 steht: „Ich selbst bin die Tür“.

Die Einladung gibt es also, fragt sich nur, was wir damit machen. Und noch einmal an dieser Stelle: mit dem Verstand allein kommen wir da nicht weiter.

PS. Falls Sie mich jetzt fragen, ob ich Theologin bin, bzw. mit welcher Berechtigung ich derlei Dinge behaupte, dann schauen Sie mal in Psalm 8 Vers 3 nach: „Aus dem Mund der Unmündigen hast du dir ein Lob zubereitet.“ (Manche Übersetzungen sprechen hier auch von Kindern und Säuglingen). In den Augen von Menschen mag ich eine Unmündige sein, für Gott bin ich eine, die er ansieht.

….. und ja, ich bin drin. Jesus hat mir die Tür geöffnet.